Vom Stadtratsstream zur Bürgerbeobachtung
Nachdem die Bürgerinnen und Bürger von Chemnitz seit 2016 das große Schauspiel im Stadtrat auch vom heimischen Sofa genießen dürfen (Hinterzimmer sind von der Überwachung ausgenommen), möchte die Verwaltung mit den Stimmen der CDU Chemnitz, SPD Fraktion Chemnitz und Teilen der Fraktion DIE LINKE im Chemnitzer Stadtrat nun auch Bürgerinnen und Bürgern aus der bequemen Amtsstube bei Ihren Freizeit- und Reiseaktivitäten zuschauen und gegebenenfalls verhaltenskorrigierende Streifkräfte entsenden. Ob das Das Leben Der Anderen genau so spannend und leerreich wird, wie eine Stadtratssitzung, sei dahingestellt. Insbesondere da im Gegensatz zur Ratssitzung Leben 24 x 7 stattfindet, mit 38 Kameras für 800.000 Euro nur 0,01% der Fläche des potentiellen Verbrechens überwacht werden kann, die Tonspur fehlt (oder doch nicht?) und es noch nicht mal klar ist, ob irgendwer die Aufzeichnungen anschauen darf (DSGVO lässt grüßen). Zwischen 1933 und 1990 war das alles besser organisiert.
Ursprünglich auf Facebook am 23.05.2018 veröffentlicht.