CFC-Rettung wieder im Eiltempo

· Verwaltung & Stadtrat, Stadtwirtschaft & Kreativwirtschaft · 4 Min. Lesezeit · Artikel 332 von 493

#Chemnitz#Stadtrat#Finanzen#Sport

Wie vorhergesagt setzt die Oberbürgermeisterin den Chemnitzer FC wieder auf die Tagesordnung des Stadtrates. Nachdem Verwaltung und die Mehrheit der Stadträtinnen und Stadträte vor einem halben Jahr zum gefühlt hundertsten Mal glaubten, das Nachwerfen von Geld statt einer generellen Lösung würde die Flamme dauerhaft am Brennen halten, stehen nun neue Forderungen im Raum, damit der CFC nicht mit Aufstieg in die 3. Liga ("Pleiteliga") von der Bildfläche verschwindet. Unter anderem will der Insolvenzverwalter das Stadion weiter zum Regionalligapreis, aber am besten mit voller Vermarktungsmöglichkeit. Persönliche Gespräche fanden dazu nicht statt, da man in der Verwaltung ob der existenzerhaltenden Forderungen noch eingeschnappt ist, obwohl man die Hauptverantwortung für die Misere trägt. Ein Insolvenzverwalter ist nun mal nicht zimperlich mit den Leuten, die für den Mist verantwortlich sind, den er in Ordnung bringen muss. Die Abstimmung im Stadtrat wird wieder unter höchster Eilbedürftigkeit und oberflächlicher Debatte erfolgen, da sonst die Zulassung des CFC auf der Kippe steht. Das war seit Monaten absehbar, aber die Verwaltung scheint wie bei anderen Themen auch die Augen zu verschließen, bis es zu solchen und AUFBrüchen (Motto der Kulturhauptstadt) kommt. Nun macht man sich in allen Fraktionen furchtbar Sorgen, wie denn die Meinung der Bürgerinnen und Bürger sein könnte, damit man vor den anstehenden Wahlen niemanden vergrätzt. Die Sorgen kann ich nehmen, die Bürgerinnen und Bürger haben die Nase von so viel Inkompetenz gestrichen voll, egal wie jetzt entschieden wird.

Meine Vorschläge dazu (mit dem ungeliebten Insolvenzverwalter habe ich im Gegensatz zur Verwaltung, der Presse oder anderen Stadträten mal gesprochen)

  1. Das Stadion bleibt in städtischer Hand und wird nicht zum Schnäppchenpreis abgegeben
  2. Der kommerzielle Teil des CFC kann weiterhin wie jeder geschäftliche Anbieter seine paar Spieltage zum Tagespreis mieten - sonst steht das Stadion zu 95% der Zeit leer herum, was eine Ressourcenverschwendung ohne Ende ist
  3. Gemeinnützige Vereine können sich kostenlos einmieten und müssen nur die Mehrkosten der Betriebskosten (z.B. zusätzliche Reinigung, Strom für zusätzliches Licht oder Heizkosten genutzte Räume) übernehmen und keine Tagesmiete zahlen
  4. Es wird eine Werbegemeinschaft zwischen C3 und CFC gebildet, wo eine faire Teilung der Werbeeinnahmen vereinbart wird und man sich gemeinsam um weitere Nutzer bemüht (ich wünsche mir dort z.B. mal Drohnenwettrennen oder eine Fußballroboterolympiade)
  5. Es wird gemeinsam ein Weg gesucht, die absurden Absperr- und Sicherheitskosten von mehr als 22.000 Euro pro Spieltag (was ein Vielfaches der Miete ist) zu senken, u.a. bekommen Anhänger extremistischer Organisationen, Hobby-Pyrotechniker und aggressive Alkoholiker mal Stadion- und nicht nur Auftrittsverbot und die Stadt und Feuerwehr schauen sich nochmal genau an, was der Bauherr dort an teuren Fluchtwegen vielleicht unsinnig konzipiert hat und wie der CVAG die Leute dorthin und wieder wegbringt, ohne ein Verkehrschaos auszulösen
  6. Es erfolgt eine Verbreiterung der Anteilseigner über Ausgabe von Inhaberaktien statt GmbH-Anteilen, z.B. an Fans, die ihre Mitgliedsbeiträge regelmäßig zahlen

Sonstige Vorschläge oder Änderungswünsche? Bitte in den Kommentaren.

Ursprünglich auf Facebook am 24.01.2019 veröffentlicht.