Zu viele Fragen fürs Rathaus
Jetzt wird mir noch die zweifelhafte Ehre zuteil, die Stadtverwaltung mit ihren 3.800 Mitarbeitern durch das Stellen von "zu vielen Fragen" lahmgelegt zu haben. Da ist bestimmt jemandem die Kaffeetasse aus der Hand gefallen.
Darunter sind solche schwierige Fragen, warum städtische Baustellen des Nachts trotz Leuchtbaken nicht beleuchtet werden oder warum auf dem Markt zur besten Besuchszeit (so 17 Uhr, nach der Arbeit) stundenlang die Zwischenräume der Pflastersteine mit der Kehrmaschine ausgekratzt werden, obwohl die Händler ihr zertretenes Obst laut Marktsatzung selber wegkehren müssen. Weiterhin erfordert es zu hohen Rechercheaufwand, die Auslastung und die Kostenentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs der letzten 15 Jahre zu ermitteln oder warum der Instandhaltungsrückstau des Abwassernetzes so hoch ist, obwohl eins energie (die nur noch zu 25% der Stadt gehört) per Konzessionsvertrag zu laufenden (und umfassenden) Instandhaltung verpflichtet ist.
Normalerweise würde man annehmen, solche Fragen lassen sich ohne Weiteres beantworten, da man ohne solche einfachen Kennzahlen gar nicht arbeiten kann. Es scheint aber doch irgendwie im Blindflug zu gehen und man möchte beim Weiterfliegen nicht gestört werden. Ich muss nun ohne Fakten wieder Mutmaßungen anstellen oder alternative Quellen bemühen (deren Trefferquote meistens gar nicht so schlecht ist). Dann ist das Geheule wieder groß.
Ursprünglich auf Facebook am 08.06.2018 veröffentlicht.