Trump, Hunde und der alte Schlachthof

Mit "They're eating the dogs" hat Trump (Englisch für "Trompete") offensichtlich Bezug auf die Vorlieben seiner deutschen Vorfahren genommen, die einst als Wirtschaftsflüchtlinge in die Vereinigten Staaten kamen. Die VDI-Festschrift von 1898 weiß für Chemnitz folgendes zu berichten:
In der Pferde- und Hundeschlächterei können an einem Tage 16 Pferde und ebensoviel Hunde geschlachtet werden. Durch hinlängliche Stallungen ist Gelegenheit zu vorübergehender Einstellung für Pferde und Hunde geboten. Der Zugang für die Pferde- und Hundeschlächter, sowie der Zutrieb von Pferden und Hunden und das Abholen von Fleisch erfolgt auf einer besonderen, lediglich diesen Zwecken dienenden Straße, wogegen für die Tierärzte und den Aufseher der Zugang vom Schlachthofe aus stattfindet. Der Verbrauch an Pferde- und Hundefleisch in Chemnitz ist verhältnismäßig klein, was daraus hervorgeht, daß gegenüber von 93749 Rindern, Schweinen, Kälbern, Schafen und Ziegen insgesamt nur 789 Pferde und Hunde im Jahre 1897 geschlachtet wurden.
Die Untersuchung der lebend dem Vieh- oder Schlachthofe zugeführten Tiere, sowie der Tiere im ausgeschlachteten Zustande erfolgt, mit Ausnahme der Untersuchung der Schweine und Hunde auf Trichinen, für welche besondere Trichinenschauer angestellt sind, durch Tierärzte.
Die tierärztliche Untersuchung der im Schlachthofe geschlachteten Tiere erstreckte sich im Jahre 1897 auf 94538 Tiere, und zwar 10139 Rinder, 43482 Schweine, 14851 Schafe, 25200 Kälber, 77 Ziegen, 500 Pferde und 289 Hunde.
Dasjenige Fleisch, welches von gesunden Tieren stammt und dem freien Verkehre überlassen wird, wird als bankwürdiges, das gesundheitsunschädliche Fleisch von kranken oder unreifen Tieren dagegen als minderwertiges bezeichnet und auf der Freibank im hiesigen Schlacht- und Viehhofe je nach der Art der Krankheit im ungekochten, gekochten oder gepökelten Zustande verwertet. Der menschlichen Gesundheit schädliches Fleisch wird nach vorheriger Ungenießbarmachung unschädlich beseitigt, bez. zu technischen Zwecken verwertet.
Um dem Publikum die verschiedenen Fleischarten kenntlich zu machen, erfolgt nach der Untersuchung die Bezeichnung derselben durch verschiedene Stempelabdrücke an den am meisten sichtbaren Stellen. Diese Stempelabdrücke unterscheiden sich durch Form und Farbe. Das Fleisch, welches von im Schlachthofe zu Chemnitz geschlachteten Tieren stammt, wird blau, das eingeführte Fleisch aber rot gestempelt. Weiterhin sind die Stempelabdrücke für bankwürdiges und minderwertiges Fleisch verschieden, ebenso für Pferde- und Hundefleisch. Von den im Jahre 1897 geschlachteten Tieren wurden beanstandet und
a. für minderwertig erklärt:
139 Rinder, 245 Schweine, 13 Schafe, 36 Kälber;
b. verworfen und unschädlich beseitigt:
62 Rinder, 80 Schweine, 2 Schafe, 14 Kälber, 6 Pferde, 7 Hunde.
Außer vorstehend aufgeführten beanstandeten ganzen Tieren wurden im Jahre 1897 wegen Krankheitsprozessen verschiedenster Art beanstandet und unschädlich beseitigt:
3070 Organe von Rindern, 2915 von Schweinen, 344 von Schafen, 82 von Kälbern, 14 von Pferden, 2 von Hunden.
Zum Sterilisieren bez. Durchkochen des Fleisches, welches mit Parasiten (Finnen, Trichinen u. s. w.) oder Infektionsstoffen (Tuberkulose, Rotlauf) behaftet ist dient ein Schimmelscher Fleisch-Sterilisator, wodurch den Bestimmungen der Verordnung des Königl. Ministeriums des Innern, "den Verkauf von Fleisch und Fett kranker Tiere betr.," vom 17. Dezember 1892, in jeder Weise Rechnung getragen wird und Fleisch noch zum menschlichen Genuß (als minderwertig auf der Freibank) verwertet werden kann, welches anderenfalls vernichtet werden müßte.
Die Verwertung des minderwertigen Fleisches findet in der zu diesem Zwecke auf hiesigem Schlacht- und Viehhofe errichteten Freibank statt. Nach den für die Freibank bestehenden Bestimmungen wird der Preis für das minderwertige Fleisch von einer dreigliederigen Kommission festgestellt; außerdem darf solches Fleisch nur in Stücken bis zu 2 1/2 kg und nur zum eigenen Gebrauche des Käufers abgegeben werden. Die Trichinenschau wird ausgeführt je nach der Zahl der Schweineschlachtungen von 12 bis 27 Trichinenschauern. Die Entnahme der Fleischproben wird von 5 Probeentnehmern besorgt, welche gleichzeitig die Abstempelung der untersuchten Schweine zu vollziehen haben. Die Buchführung und Aufsicht über die Trichinenschauer liegt einem Vorsteher ob. Trichinen wurden im Jahre 1897 bei 10 Schweinen und bei 4 Hunden gefunden.
Ursprünglich auf Facebook am 15.09.2024 veröffentlicht.