Zietenstraße: Verwaltung wartet, Dach stürzt
Eine Lernfähigkeit der verantwortlichen Amtsleiterin in der Chemnitzer Stadtverwaltung betreffs ruinöser Gebäude scheint weiterhin nicht vorhanden zu sein. Ein neuerliches Beispiel ist die Zietenstraße 1a, wo nunmehr das Dach einstürzt, weil die Stadtverwaltung es schlicht versäumt hat, frühzeitig Kontakt zur Eigentümerin in Israel zu suchen und 10 Jahre später immer noch keine akute Gefahr sieht, da "nur" hinten das Dach einstürzt, wo Kinder im Garten spielen und noch nichts vorne auf die Autos fällt. Man zieht sich wie immer auf juristische Positionen zurück, anstatt den Telefonhörer in die Hand zu nehmen. Eine berüchtigte Chemnitzer Manier, die schon viel Schaden verursacht hat und nur Schreibtischtätern hilft, sich rechtlich abzusichern.
Antwort auf Ratsanfrage RA-143/2019 dazu hier: https://session-bi.stadt-chemnitz.de/getfile.php?id=7089758&type=do&
Die Erben habe ich inzwischen über Facebook ausfindig gemacht. Die wollen mindestens 50.000 Euro. Wer also ein Haus braucht, hier kann ich den Kontakt herstellen. Noch sind die Schäden überschaubar, in paar Jahren will die Stadt bestimmt wieder abreißen.
Nicht viel besser ist es um die Nachbargebäude Zietenstr. 3 und Zietenstraße 5 bestellt. Die gehörten vor vier Jahren noch der städtischen Tochtergesellschaft GGG und wurden zum Mindestgebot von jeweils 19.000 Euro in eine Auktion gegeben, nachdem man diese Chemnitzer Bürgern zu viel höheren Preisen angeboten hat. Erzielt wurden letztendlich nur 41.000 Euro für die Zietenstr. 3 und 27.000 Euro für die Zietenstr. 5. Mit versteigert wurde als begrüßenswertes Novum eine "Sanierungsverpflichtung", die aber wohl niemand so richtig ernst nimmt. Vier Jahre später sind die Gebäude in noch schlechterem Zustand, auch wenn sich deren Wert inzwischen verdreifacht hat. Eine Sanierung scheint nicht durchsetzbar. Ein gutes Geschäft mit der Wertsteigerung für die neuen Besitzer, ein schlechtes für die Stadtgesellschaft. Nach der entsprechenden Ratsanfrage, deren Beantwortung geheim war und deshalb hier nicht verlinkt werden kann, steht zumindest ein Gerüst am Haus Zietenstr. 3. Mal sehen, wie und ob es weiter geht.
Ebenfalls bedenklich ist der Zustand auf der Fritz-Reuter-Straße - offene und zerschlagene Dachfenster und sichtlich kaputte Dächer. Im Karree wurde 2010 von der städtischen GGG mit zehn Polizei-Einsatzwagen und Rammbock ein alternatives Wohn- und Kulturprojekt geräumt, weil mit einem Investor eines einzelnen Hauses im Karree 2005 eine Sanierungsvereinbarung getroffen war und das Kulturprojekt bei der "Entwicklung" störte. Vierzehn Jahre später stehen drei Häuser immer noch unsaniert da und es mussten für die sanierten Gebäude wohl sogar Fördermittel zurückgezahlt werden, weil man nach der Räumung keine städtisch verordnete kulturelle Belebung hinbekommen hat und stattdessen ein Fahrradladen und ein arabischer Einzelhandel eingezogen sind.
Jetzt könnte man zu den großen Plänen mit dem Brühl kommen, aber das reicht für einen weiteren Beitrag.
Ursprünglich auf Facebook am 07.04.2019 veröffentlicht.