Nazi-Zahlen und Chemnitzer Wirklichkeit

· Verwaltung & Stadtrat · 2 Min. Lesezeit · Artikel 320 von 492

#Chemnitz #Rechtsextremismus #Presse #Meinungsbildung

Wenn man sich diverse Presseberichte anschaut, stellt man relativ schnell fest, dass mehrere tausend Personen bis hin zur Hälfte der Chemnitzer Bevölkerung als "Nazis" bezeichnet werden.

Der Bundesverfassungsschutzbericht 2017 https://www.verfassungsschutz.de/download/vsbericht-2017.pdf geht deutschlandweit von einem Rechtsextremismuspotential von 25.250 Personen aus. Davon werden 6.000 Personen als Neonazis, d.h. Personen welche "die Weltanschauung des "Dritten Reiches" vertreten und diese zur Grundlage ihrer politischen Zielvorstellungen machen (u.a. Nationalismus, Rassismus, Forderung nach einem autoritären "Führerstaat" unter Ausschaltung wesentlicher Elemente demokratischer Gewaltenteilung). 12.700 Personen rechnet man zu gewaltorientierten Rechtsextremisten.

Heruntergerechnet von einem aktuellen Bevölkerungstand von 83 Millionen auf die Bevölkerungszahl von 247.683 für Chemnitz kommt man in der Stadt auf ein Rechtsextremismuspotenzial von 75 Personen, davon 40 gewaltbereite Rechtsextreme von denen 18 Neonazis sind.

Des sächsische Verfassungsschutzbericht 2017 https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/31495/documents/47444 zählt 2.600 Rechtsextremisten in Sachsen bei derzeit 4.076.957 Einwohnern. Auf Chemnitz entfallen dann prozentual 157 Rechtsextremisten.

Selbst wenn man davon ausgeht, dass der Verfassungsschutz auf dem "rechten Auge" schlecht sieht, stimmen da die Zahlen, die Headlines der Presse und die Wahrnehmung vor Ort nicht überein. Dies scheint an der exzessiven und unsauberen Verwendung des Wortes "Nazi" zu liegen, was den Blick auf Probleme, deren Ursachen und Lösungen verstellt und Dialog vor dem Beginn abschneidet.

Ursprünglich auf Facebook am 16.03.2019 veröffentlicht.