CFC-Stadion wird zum teuren Stadtproblem

· Verwaltung & Stadtrat, Stadtwirtschaft & Kreativwirtschaft · 5 Min. Lesezeit · Artikel 421 von 493

#Chemnitz#Stadtrat#GGG#Finanzen

Unter dem Vorwand, dass CFC-Stadion auch durch andere Fußballvereine nutzbar zu machen, sollen dem CFC jetzt 580.000 € pro Jahr durch Kündigung erlassen werden. Offensichtlich will die Oberbürgermeisterin damit einer Kündigung durch den Insolvenzverwalter zuvorkommen und das Ganze noch positiv und als freie Entscheidung verkaufen. Nach der Eigenständigkeit nimmt die Stadt dem Verein nun das Stadion weg. Dabei stolpert man geradewegs in die nächste Pleite und es wird weiterhin betrogen und belogen. Um Sportförderung geht es dabei schon lange nicht mehr und über 2.500 Vereinsmitgliedern nimmt man die letzte Würde und Selbstständigkeit.

Derzeit zahlt der CFC 180.000 € Pacht und übernimmt ca. 500.000 € Betriebskosten für das Stadion. Dies soll nun auf 4000-6000 € pro Spieltag (x 17 Spieltage pro Jahr = 68.000 ... 102.000 €) reduziert werden. Damit wird klar, dass die beim Bau versprochene Mindestpacht in der Regionalliga von 180.000 € von vornherein eine Lüge waren. Die Verluste für die Stadtkasse betragen pro Jahr nunmehr ca. 300.000 € kalkulatorische Finanzierungskosten plus 500.000 € Betriebskosten plus ca. 1 Million € Abschreibung bei vielleicht 100.000 € Einnahmen (falls der CFC nicht gleich woanders spielt) = 1,7 Millionen € Verlust pro Jahr, die offensichtlich mit den Gewinnen der GGG verrechnet und damit einer Ausschüttung in den Haushalt entzogen werden sollen.

Realistische andere Nutzungen der ungeeigneten Räumlichkeiten für Messen, Hochzeiten usw. sind Augenwischerei, nehmen nur den Hotels und anderen Veranstaltungsstätten der Stadt die Aufträge weg und beschäftigen GGG, eins energie und C3, die eigentlich anderes zu tun haben. Die Nutzung der Rasenfläche an den 348 Tagen, wo nicht Fußball gespielt wird, ist angeblich nicht möglich, da der sonst beschädigt wird. Das andere Fußballvereine 4-6.000 € pro Spieltag (+ xx.xxx € Nebenkosten) aufbringen, ist mehr als unrealistisch. Vielleicht bekommen diese ja nun wiederum die GGG oder eins energie von der Oberbürgermeisterin als Sponsor zugewiesen, um sich das leisten zu können. Die gut verdienenden städtischen Tochtergesellschaften müssen ja mittlerweile als Lückenbüßer für alle Prestigeprojekte der Oberbürgermeisterin herhalten und Verluste ausgleichen. Wie das mit dem Gesellschaftszweck der Gesellschaften in Einklang zu bringen ist, können sicher die Aufsichtsräte der großen Stadtratsfraktionen CDU, SPD, LINKE und GRÜNE beantworten, die diesen Machtmissbrauch hinter verschlossenen Türen in der Mehrheit tolerieren, einfach nicht durchblicken oder wegschauen. Mittlerweile sind etliche Millionen über dubiose Verträge in die Taschen einzelner "Vertragspartner" des CFC geflossen, die städtischen Tochtergesellschaften wurden im Gegenzug über Kredite und Geschäftsführungsverträge in die Haftung und Verluste hineinmanövriert. Diese Spirale aus Lüge und Betrug haben selbst härteste Kritiker nicht vorausgesehen. Ein weiteres Mal werden die Allianzen aus Dummheit und Arroganz deutlich. Hoffentlich wachen endlich mal paar Stadträte auf, sonst gibt es bei den Wahlen im nächsten Jahr das böse Erwachen.

Konsequenzen für die Verantwortlichen gibt es keine. Über die EKKO-Sparprogramme und über Mieten und Energiekosten zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger holt man sich das Geld seit Jahren wieder rein. Während Sport- und Kulturvereine kurzgehalten werden und kaputtgespart werden und Wirtschaftsförderung nicht stattfindet, finanziert man ausgewählte Prestigeprojekte und häuft gleichzeitig weitere Millionen an. Der Jahresabschluss 2017 steht noch aus und 2018 wurde auch kräftig weiter kaputtgespart. Mittlerweile dürften 300 Millionen Euro ungenutzt herumliegen. Andererseits fehlt qualifiziertes Verwaltungspersonal, um Fördermittel des Bundes abzurufen, Zukunftsthemen voranzubringen oder Wirtschaft zu fördern.

Eine Lösung für das Stadion: Im Falle der Kündigung sollte jeder mit gemeinnützigem Interesse das Stadion KOSTENLOS bespielen dürfen, auch wenn der zweitligataugliche Rasen vielleicht darunter leidet.

Ursprünglich auf Facebook am 05.06.2018 veröffentlicht.