Chemnitz-Leipzig wartet seit 92 Jahren

· Verkehr & Mobilität, Stadtentwicklung & Innenstadt · 3 Min. Lesezeit · Artikel 11 von 492

#Chemnitz #Verkehr #Mobilität #Sachsen

Kleiner Repost vom letzten Jahr, da Freie Presse heute berichtet, das Gezerre um die Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig würde erst 20 Jahren währen: Es sind mittlerweile schon 92 Jahre die Leipzig auf den elektrifizierten Anschluss an die Kulturhauptstadt der Herzen wartet. Mittlerweile sind mehrere politische Systeme zusammengebrochen, Reichskommissare, SED-Bezirksräte und Minister haben gewechselt - das Problem bleibt wie ein Fels in einem stillen Tümpel.

Zeitleiste: Elektrifizierung der Bahnstrecke Chemnitz–Leipzig 🔹 1933 – Erste Pläne zur Elektrifizierung im Rahmen der Reichsbahn-Modernisierung. – Ziel: Integration in ein mitteldeutsches elektrisches Bahnnetz.

🔹 1935 – Die "Oberste Bauleitung für Elektrifizierung" zieht von Stuttgart nach Leipzig. – Koordination der Elektrifizierung Mitteldeutschlands, Chemnitz–Leipzig bleibt im Plan, aber wird nicht realisiert.

🔹 1939–1945 (Zweiter Weltkrieg) – Elektrifizierungspläne werden kriegsbedingt gestoppt.

🔹 1945–1949 (Nachkriegszeit) – Reparationsleistungen: Demontage des zweiten Gleises durch die Sowjetunion.

🔹 1950er–1980er (DDR-Zeit) – Keine Elektrifizierung der Strecke trotz ihrer industriellen Bedeutung. – Konzentration auf andere Strecken wie Leipzig–Dresden und Halle–Erfurt.

🔹 1990–2010 (nach der Wiedervereinigung) – Infrastrukturmodernisierung in Ostdeutschland, aber Chemnitz–Leipzig bleibt dieselbetrieben. – Projekt mehrfach diskutiert, aber verschoben.

🔹 2013 – Aufnahme der Elektrifizierung ins Bundesverkehrswegeplan-Projekt. – Politisches Bekenntnis zum Ausbau, konkrete Maßnahmen fehlen noch.

🔹 2021 – Baubeginn im Abschnitt Geithain–Chemnitz. – Ziel: Verbesserung der Regionalanbindung und Vorbereitung für Fernverkehr.

🔹 2025 – Sparpläne der sächsischen Landesregierung gefährden den geplanten zweigleisigen Ausbau. – Im Haushalt 2025/2026 fehlen rund 12 Millionen Euro – es stehen nur 8,1 Millionen Euro zur Verfügung. – Infolge der Einsparungen wird erwogen, einen längeren Abschnitt (6 km) zwischen Cossen und Burgstädt eingleisig zu belassen. – Das gefährdet den geplanten 30-Minuten-Takt zwischen Chemnitz und Leipzig massiv. – Die bisher geplante Inbetriebnahme (2032) und das Betriebsprogramm stehen infrage.

🔹 Ausblick (Stand 2025) – Südabschnitt (Chemnitz–Geithain): Entwurfs- und Genehmigungsplanung läuft. – Nordabschnitt (Geithain–Leipzig): Vorplanung bis Ende 2026. – Voraussichtliche Inbetriebnahme der Gesamtstrecke: 2032, aber zunehmend ungewiss.

Ursprünglich auf Facebook am 16.04.2025 veröffentlicht.

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