Lockdown-Ende braucht einen ehrlichen Plan

· Verwaltung & Stadtrat, Stadtwirtschaft & Kreativwirtschaft · 2 Min. Lesezeit · Artikel 134 von 493

#Chemnitz#Sachsen#Corona#Digitalisierung

Nach der Simulation mit dem Ausbreitungssimulator der Uni des Saarlandes kann man sich schon mal auf längere Weihnachtsferien nebst Heimarbeit und Kinderbetreuung einstellen bis der Zielwert der 7-Tage-Inzidenz von 50 erreicht wird, bei dem die Gesundheitsämter wieder die traditionelle Kontaktnachverfolgung per Fax und Brief erreichen können.

Im kontaktfreudigen Sachsen wird das Anfang bis Mitte Februar der Fall sein, je nachdem wie brav alle zwischen Weihnachten und Silvester sind. Die Politik mag die Bevölkerung mit zu viel Wissenschaft nicht beunruhigen und kommuniziert erstmal den 10. Januar als Ende des "harten Lockdowns", wobei der garnicht so leichte "Lockdown light" keinen Erfolg der Absenkung der Inzidenz, damit keine Nachverfolgbarkeit und nur eine Verschleppung gebracht hat.

Die Politik kann jetzt nach der Probier- und Erkenntnisphase, den die asiatischen Länder schon durchlaufen haben, entweder den wirtschafts- und menschenfeindlichen Zickzack-Kurs zwischen Panik und leeren Versprechen fahren oder einen realistischen Zeitplan vorlegen. Dann können sich Unternehmen überlegen, ob sie das durchhalten oder zumachen, die Solo-Selbstständigen, ob sie jetzt doch den Hartz-4-Antrag ausfüllen oder sich weiter verschulden und Schulen und Ämter, ob man jetzt doch mutig neue Prozesse mit dem Werkzeug der Digitalisierung angeht. Ohne einen gut kommunizierten gemeinsamen Plan macht jeder seinen eigenen Plan. Da sind dann auch einige verrückte Pläne dabei.

Ursprünglich auf Facebook am 19.12.2020 veröffentlicht.