Innenstadt-Erbe zwischen Abriss und Schranke

· Stadtentwicklung & Innenstadt, Kultur & Kulturhauptstadt, Denkmalschutz & Bauen · 2 Min. Lesezeit · Artikel 178 von 492

#Chemnitz #Innenstadt #Stadtentwicklung #Denkmalschutz

Der SPIEGEL berichtete in seiner Ausgabe 40/1994 über das sozialistische Bauerbe in der Chemnitzer Innenstadt.

Die "Stützpunkte der Seele" stehen bis heute nahezu unverändert. Nur Wind und Wetter lassen die Gehwege zerbröseln und das Wasserspiel funktioniert schon lange nicht mehr. Die Aufmarschstraßen werden noch rege genutzt und die surreale Kulisse nebst bizarren Darstellern begeisterte Redaktionen in aller Welt zur Berichterstattung.

Größere Eingriffe erfolgten mit dem Abriss der Auffahrt vor dem Kongress und dem Abriss des künstlerisch und architektonisch hochwertigen Veranstaltungszentrums FORUM auf Initiative von OB Ludwig. Begründung waren angeblich unbehebbare Brandschutzmängel. Die letzte Veranstaltung und gleichzeitig Abschied vom Gebäude waren die Begehungen 2012, die ich seinerzeit mit organisiert habe.

Die großen Pläne, die nach den Abrissen folgen sollten, scheiterten, da sich die (N)Einheitspartei aus Verwaltung und Stadtratsfraktionen nur einig ist, wenn etwas weg soll oder etwas nicht gemacht werden soll. Weg und Dagegen geht immer. Leere und Stillstand als Grundkonsens. Deshalb gibt es jetzt statt Architektur und Platzgestaltung ein paar nicht-öffentliche Parkplätze mit Schranke davor. Man könnte auch sagen: Ein wunderbares Entwicklungspotential.

Ursprünglich auf Facebook am 18.07.2020 veröffentlicht.