Kreative fordern Hilfe statt Sichtbarkeitsprogramm

· Kultur & Kulturhauptstadt, Verwaltung & Stadtrat, Stadtwirtschaft & Kreativwirtschaft · 2 Min. Lesezeit · Artikel 189 von 492

#Chemnitz #Kulturhauptstadt #Kreativwirtschaft #Förderpolitik

In Ermangelung des Vorhandenseins einer ernstzunehmenden Wirtschaftsförderung oder eines Wirtschaftsausschusses wird heute 16:30 öffentlich im Chemnitzer Ratssaal im Kulturausschuss die Petition von Kreatives Chemnitz zur Unterstützung von Solo-Selbstständigen (nicht nur) der Kultur- und Kreativwirtschaft besprochen. Alle Veranstalter, kleinen Club- und Theaterbetreiber, Fotografen, Messebauer, Trainer, Schauspieler, Musiker und :innen, die jetzt wahrscheinlich bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag ihrem Job nicht mehr oder nur unter starken Einschränkungen nachgehen dürfen, soll nach Vorbild der Städte Berlin, Dresden oder Leipzig mit einem städtischen Zuschuss geholfen werden, um zumindest größtes Unheil zu vermeiden und zu lindern.

Die Verwaltung ist der Meinung, mit dem Programm Kultur.Sichtbar, welches öffentlichkeitswirksame Auftritte von Kulturschaffenden bezahlt wäre dem Überleben der vielen Einzelunternehmen Genüge getan. Leider liegt bis heute keine Auswertung vor, wer denn in den Genuss gekommen und und was mit den den anderen tausend Unternehmen zu machen gedenkt, die eben was zu Essen kaufen müssen und gerade keine neue Webseite brauchen.

Offensichtlich hat man es in der Verwaltung der angehenden Kulturhauptstadt im Gegensatz zu anderen Städten immer noch nicht verstanden, was (Kultur- und Kreativ-)Wirtschaft ist, wo Wertschöpfung herkommt und dass Steuergeld nicht vom Himmel fällt, sondern hart erarbeitet wird. Wenn man diesen Menschen zum Schutz aller auf nicht absehbare Zeit ihren Job wegnimmt, brauchen diese Hilfe und eine Kompensation.

Ursprünglich auf Facebook am 25.06.2020 veröffentlicht.