Chemnitz lässt Künstler um Kleingeld konkurrieren

· Kultur & Kulturhauptstadt, Verwaltung & Stadtrat · 2 Min. Lesezeit · Artikel 203 von 492

#Chemnitz #Kulturhauptstadt #Kultur #Förderpolitik

Während Kulturstädte wie Berlin hunderttausende freischaffende Kunstschaffende und Solo-Selbständige jeweils mit 5.000 Euro unbürokratischem und bedingungslosem Zuschuss (Budget 900 Millionen Euro) über die Krisenmonate der noch immer ausbleibenden Unterstützung durch den Bund bringt, Dresden zumindest mit 5 Millionen Euro mit 5.000 x 1.000 Euro unterstützt und Leipzig ebenfalls 5 Millionen Euro einplant, ruft die angehende Kulturhauptstadt Chemnitz Kunst- und Kulturschaffende in der Krise zum Wettbewerb auf.

Das Budget zur Unterstützung der Kunstschaffenden in Chemnitz beträgt 9.200 Euro. Der Erstplatzierte bekommt 1.500 Euro, der zweite 1.000 und der dritte 500 und 47 weitere jeweils 100 Euro. Es gibt einen Publikumspreis von 1.500 Euro. Das Preisgeld wird auf ALG-2 angerechnet.

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Kunstschaffende sollen ihre Werke zur Begutachtung durch eine namentlich unbekannte Jury einreichen, die Stadt rahmt die Werke mit Kulturhauptstadtlogo und einem QR-Code, wo die Kunstschaffenden ihr Werk direkt verkaufen sollen, da die wenigen Galerien ja schließen mussten. In Anbetracht dessen, dass die Stadt für "Imagekampagnen" und Plakate sonst sechsstellige Beträge ausgibt, ist das eine ganz neue Sparsamkeit.

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Ergänzung 14:40 Uhr: Im einem gerade erschienen Stadtratsbeschluss wird angedeutet, dass für eine "spätere Stadtratssitzung" eventuell 250 T€ für "In der Krise sichtbar und hörbar bleiben" geplant sind. Kunst- und Kulturschaffende können einen Antrag bis 1.000 € stellen. Dafür wird eine künstlerische Produktion auf einer digitalen Plattform oder im öffentlichen Raum inkl. Aufwand für Antragstellung und Verwendungsnachweis erwartet.

Ursprünglich auf Facebook am 17.04.2020 veröffentlicht.