Testkapazitäten bleiben ungenutzt, Heime gefährdet
Das Robert Koch-Institut meldete gestern Abend für die letzte Woche einen Rückgang der Testungen auf SARS-CoV-2 auf 360.139, davon 29.302 positiv. Es wurde nicht einmal die Hälfte der zur Verfügung stehenden Laborkapazität von 730.156 genutzt. Wenn weniger getestet wird, sinken auch die nachgewiesenen Neuinfektionen und die Labore sehen wenig Notwendigkeit zum Aufbau eigentlich benötigter Testkapazität.
Gleichzeitig werden vermehrt Infektionen und Tote in Pflegeheimen gemeldet. In Sachsen sind mittlerweile 41 Pflegeheime betroffen, 189 Pfleger und 234 Bewohner sind infiziert. Betroffen sind auch 34 Krankenhäuser, wo Personal positiv getestet wurde. Auch hier kann man von einer höheren Dunkelziffer ausgehen, da 80% der Infektionen ohne Symptome verlaufen, die Infizierten aber trotzdem hochansteckend sind und Alte und Kranke infizieren.
Warum nutzt man die schon seit Wochen vorhandenen Testkapazitäten nicht für systematische Tests in Pflegeheimen, Krankenhäusern, Liefergastronomien und Supermärkten, um die Superspreader in den Griff zu bekommen?
Wissen Politiker eine Antwort darauf, warum das wichtigste Werkzeug gegen die Pandemie nur halbherzig eingesetzt wird und man stattdessen Feinheiten des fortgesetzten wirtschaftlichen Shutdowns und der fortwährenden Grundrechtsbeschränkungen diskutiert? Schließlich beteuern ja alle, die Demokratie und die Wirtschaft nicht komplett ruinieren zu wollen.
Hatten diese solidarischen Einschränkungen und Verbote, wo nun Millionen Existenzen auf dem Spiel stehen, nicht genau das Ziel, die Alten und Schwachen zu schützen, die jetzt durch ungenügende Ausnutzung der Testkapazitäten dem Virus zum Opfer fallen?
Deutet sich jetzt nach der Pleite mit unzureichender Schutzmitteleinlagerung und mangelhaften Pandemieplänen das nächste Verwaltungsdesaster an, weil man systematische Tests nicht hinbekommt?
Ursprünglich auf Facebook am 16.04.2020 veröffentlicht.