Bundesgeld für Chemnitzer Radwege liegt bereit
Derzeit läuft ein Förderaufruf des Bundes [1], wo Investitionen in modellhafte Projekte zur Stärkung des Radverkehrs bis zu 20 Mill. Euro und zu 75% gefördert werden. Die Bewerbungen sind bis zum 30.4.2020 abzugeben und werden in einem wettbewerblichen Verfahren bewertet, bei dem es vor allem um den Klimaschutzbeitrag und Fördermittel- und Kosteneffizienz geht.
Die Stadt Chemnitz hat hervorragende Ausgangsbedingungen, da die im Jahr 2009 beauftragte und wenige Jahre später fertiggestellte "Radverkehrskonzeption" [2] trotz Strategiebeschluss und Beteiligungsverfahren bislang nicht umgesetzt wurde, weil immer das Geld fehlte. Die Radnutzung hat sich in den letzten Jahren wesentlich verschlechtert und 2018 wieder auf dem Wert von 2008 eingependelt. Statt einem geplanten Anstieg auf 12% war ein Absinken von 6% auf 4% zu beobachten. Bei der letzten Messung 2018 wurden 6,7% erreicht. [3]
Für Chemnitz könnte eine derartige finanzielle Unterstützung des Bundes eine Weiterführung der oft im Nichts endenden Radwege, Bereitstellung von genügend Fahrradbügeln, ein Pool von E-Bike-Leihrädern, Fahrrad-Mietboxen mit Ladestation in Gebieten mit hohen Parkdruck, Absenken von Bordsteinen, intelligente Verkehrssteuerungen für eine grüne Welle für den Radverkehr, Ausbau stillgelegter Bahnstrecken als Radwege, Einrichtung von Fahrradstraßen, radfahrerfreundliche Umgestaltung von Kreuzungen und Entschärfung von Gefahrenstellen sowie Radanhänger und Lastenradförderung bedeuten. Man muss es nur mal aufschreiben und die Bewerbung einreichen.
Ist bekannt, ob die Ämter derzeit hinter verschlossenen Ratshaustüren oder im Home Office in Ruhe an einer überzeugenden Bewerbung arbeiten? Schließlich haben auch andere Städte gute Ideen und Bedarf.
[2]https://www.chemnitz.de/chemnitz/media/unsere-stadt/verkehr/fuss_und_rad/radverkehrskonzeption.pdf
[3]https://tu-dresden.de/bu/verkehr/ivs/srv/ressourcen/dateien/SrV2018_Staedtevergleich.pdf?lang=de
Ursprünglich auf Facebook am 27.03.2020 veröffentlicht.