Kosmos füllt Chemnitzer Festivallücke teuer

Die Presse berichtete, dass die Chemnitzer "Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft" - kurz "CWE ermöglicht" - das diesjährige "Kosmos Festival" wieder durchführt und konzeptionell anpasst und das Kosmonaut Festival am Stausee Rabenstein wahrscheinlich ausfällt
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Der einzelne Veranstaltungstag mit kostspieligen Acts und die Zusammenarbeit mit sehr eng verflochtenen Agenturen hatte im letzten Jahr ca. 550.000 Euro gekostet. In der Kasse der "Wirtschaftsförderung" klaffte am Ende ein großes Loch und die Empfänger der Summe waren wohl trotzdem nicht richtig zufrieden gestellt.
Da man sich nicht ausgiebig am Kulturhauptstadtgeld bedienen konnte, hat hat man nun einen ausgewählten Kreis Kulturschaffender zusammengerufen, die das Programm nun für weniger Geld mit eigenen Ideen stemmen sollen.
Wer sich ohne die großen Acts jetzt gerade an das Chemnitzer Bürgerfest erinnert fühlt, welches mit viel Ehrenamt statt bezahlten Stellen eben das gleiche, allerdings ohne weltverbesserischen Unterton, gemacht hat und vornehmlich über Spenden finanziert war, fragt sich, warum die Stadt jetzt wieder kopiert und selber macht anstatt Bestehendes zu ermöglichen. Es steht zudem zu bezweifeln, dass die freie Kulturszene neben ihrer eigentlichen ehrenamtlichen Arbeit die Teilnahme an zwei kurz nacheinander stattfindenden ähnlichen Festivals stemmen wird und das städtische Tochterunternehmen zwei Festivals mit dem gleichem Konzept sponsern. Am Ende fällt dann nach dem Stadtfest und dem Kosmonaut auch das Bürgerfest der Hegemonie der Stadtführung und der "Wirtschaftsförderung" zum Opfer. Im Hinblick auf die Ambitionen einer Kulturhauptstadt wirkt das irrsinnig.
Nun wird die CWE von den Stadtratsfraktionen über "Aufsichtsräte" der großen Fraktionen beaufsichtigt, die offensichtlich von nichts von ihrer Aufsicht wissen wollen und das Vorgehen damit weiter legitimieren. Die Konsumenten stört es ebenfalls nicht, ob die Innenstadt städtisch oder frei bespielt wird.
Die Subsidiarität und bürgerschaftliches Engagement bleiben auf der Strecke und man wundert sich, wenn die Bürgerschaft weiter gespalten statt zusammengebracht wird. Die Kultur-Förderbedingungen wurden übrigens immer noch nicht an die Anforderungen von Festivals angepasst, weil das wenige Personal im Kulturbüro total überlastet ist.
Ursprünglich auf Facebook am 06.02.2020 veröffentlicht.