Neefestraße: Millionenprojekt trotz dünner Unfalldaten

· Verkehr & Mobilität, Klima & Umwelt, Verwaltung & Stadtrat · 2 Min. Lesezeit · Artikel 239 von 492

#Chemnitz #Neefestraße #OpenData #Bäume

Die Stadt Chemnitz plant die Verlängerung einer recht kurzen "Einfädelspur" vom Neefepark auf die Neefestraße für 2,1 Millionen Euro nebst Fällung von 65 Bäumen und Heranrücken an ein Biotop mit der Begründung eines "erhöhten Unfallaufkommens". Die Baustelle soll neun Monate für Behinderungen sorgen.

Ein Blick in die Open Data Unfallstatistik des Bundes unter https://unfallatlas.statistikportal.de zeigt aber gar kein erhöhtes Unfallaufkommen, sondern 2016: 1 Unfall, 2017: 2 Unfälle und 2018: kein Unfall. Alle Unfälle mit Leichtverletzten. Unfälle mit ausschließlich Sachschäden werden nicht erfasst.

Viel gefährlicher scheint es z.B. auf der Abschnitt Clausstraße zwischen Charlottenstraße und Bernhardstraße zu sein, wo es allein 2018 insgesamt sieben Unfälle gab, teilweise mit schwerverletzten Fußgängern und Radfahrern.

Hat die Unfallkommission der Stadtverwaltung andere Daten als der Bund oder wird hier ohne Not abgeholzt und Geld ausgegeben? Was meinen denn die Stadträt*innen dazu, die hier mitlesen? Macht es Sinn, eine einzelne Einfädelspur bauen, wo am Tag 10.000 Autos vorsichtig sein müssen, aber im Schnitt nur 1 Unfall pro Jahr mit Verletzten passiert oder ist es besser, 10 Kreuzungen/Einmündungen im Stadtgebiet entschärfen, wo in Summe 10.000 Autos drüberfahren, im jährlichen Schnitt aber Unfälle mit 50 Verletzten passieren? Für ersteres wird man Lorbeeren ernten, letzteres bringt allerdings richtig was.

Beschluss: https://session-bi.stadt-chemnitz.de/vo0050.php?__kvonr=6973953&voselect=105100

Presse: https://www.tag24.de/nachrichten/chemnitz-neefestrasse-b173-sperrung-baustelle-bauarbeiten-stau-verkehrschaos-1313135 https://www.freiepresse.de/chemnitz/neefestrasse-monatelang-baustelle-artikel10677033

#opendata

Ursprünglich auf Facebook am 10.12.2019 veröffentlicht.