Ehrenamt wird in Chemnitz überstrapaziert

· Kultur & Kulturhauptstadt, Verwaltung & Stadtrat · 2 Min. Lesezeit · Artikel 337 von 492

#Chemnitz #Kulturhauptstadt #FreieSzene #Förderpolitik

Jede/r Stadträt/in, Kulturpolitiker/in und Verwaltungsmitarbeiter/in sollte die Ausführungen zum Missbrauch des Ehrenamts von Wolfram Ette lesen. Nach den Ausreden verschiedener Stadträte beim Kultur Jour Fixe am Montag, sie würden ja auch im Ehrenamt arbeiten (wobei das monatlich mit mindestens 300 Euro steuerfrei entschädigt wird) und den Ausführung des Chefs des Kulturbüros, dass geleistete Überstunden in der unterbesetzten weil überbürokratisierten und nicht digitalisierten Verwaltung das echte Ehrenamt wären, beschleicht nicht nur mich der Eindruck, die für die Unterfinanzierung verantwortlichen Personen müssten doch mal paar Monate bei einem der vielen Kulturträger im "Ehrenamt" arbeiten, um Kontakt zu Realität zu bekommen. Auch interessant war die Forderung, die Kulturschaffenden sollten sich jetzt zusätzlich zu ihrem kulturellen Ehrenamt und zur Selbstausbeutung noch zu den anstehenden Kommunalwahlen aufstellen, um dann vielleicht den Tag auf 36 Stunden zu dehnen und auch noch die politische Arbeit der Stadträte zu machen, die offensichtlich mit dem Thema Kultur überfordert und von der Kulturhauptstadt "genervt" fühlen, obwohl man vor zwei Jahren beschlossen hat, eben diese Bewerbung professionell durchzuziehen und sich dafür diverse Koryphäen eingekauft hat und jetzt für viel Geld im Prestigebau Präsentationsflächen für Projekte schafft, die man gerade auslöscht. Gut gedacht und schlecht oder gar nicht gemacht bringt uns leider nicht weiter.

Ursprünglich auf Facebook am 09.01.2019 veröffentlicht.