Rathaus-Toiletten retten, Denkmale weiter abräumen

· Verwaltung & Stadtrat, Denkmalschutz & Bauen, Stadtentwicklung & Innenstadt · 2 Min. Lesezeit · Artikel 393 von 493

#Chemnitz#Verwaltung#Denkmalschutz#Stadtrat

Zum Thema mangelnde Instandhaltung tun sich neue Abgründe auf. Neben der Einsturzgefahr der Annaberger Straße 110 ist jetzt auch das Chemnitzer Rathaus einsturzgefährdet. Im letzten Jahr wurden die Toiletten im "Weberflügel" gesperrt, obwohl diese in der 1990ern saniert wurden. Allerdings hat man sich jahrelang über komische Gerüche gewundert, die selbst für Toiletten ungewöhnlich sind. Man hat nun nach Jahren festgestellt, dass das Abwasser durch defekte Abwasserrohre in die Decken gelaufen ist und der Gebäudeabschnitt nun einsturzgefährdet ist. Damals wie heute gültige Brandschutzbestimmungen wurden bei der Sanierung auch nicht beachtet.

Nun könnte man erwarten, dass wegen gelebter Praxis sofort mit den Abrissarbeiten am denkmalgeschützten Rathaus begonnen wird. Das ist ja mittlerweile schon über 100 Jahre alt, genau wie die anderen über 200 Denkmale, welche die Stadt in den letzten zwei Jahrzehnten abgerissen hat. Da dort aber die Oberbürgermeisterin residiert, schlägt man eine Sanierung der Toiletten für 817.000 Euro vor, was mehr als der 6-fachen Summe entspricht, die zur Rettung des Denkmals Annaberger Straße 110 erforderlich ist.

Dabei können Stadträtinnen und Rathausmitarbeiterinnen dringende Bedürfnisse weiterhin nachgehen, indem sie einfach paar Meter weiter in den nächsten Rathausflügel laufen. Nicht einsturzgefährdete Toiletten sind nämlich im Rathaus zur Genüge vorhanden.

Ursprünglich auf Facebook am 09.08.2018 veröffentlicht.