Meine Motivation | Über mich

Im Jahr 1976 geboren, wuchs ich im ländlichen Umland von Chemnitz in Garnsdorf auf. Als ich 13 Jahre alt war, kam die Wende – für mich als Jugendlichen eine prägende Zeit, veränderten sich doch in kurzer Zeit Beziehungen, Menschen wurden arbeitslos oder rutschten in neue Positionen, Konsum und Pauschalreisen waren die neue Freiheit.

Nach dem Abitur am Gymnasium Burgstädt und zwölfmonatigen Wehrdienst begann ich ein Wirtschaftsinformatik-Studium an der Technischen Universität Chemnitz. Als kritischer Prozessberater im Regierungspräsidium Chemnitz und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität zum Aufbau einer digitalen Lernplattform für alle sächsischen Hochschulen durfte ich erste Bekanntschaft mit der Arbeitsweise öffentlicher Verwaltungen machen. Bereits während des Studiums gründete ich mit Mitstudenten ein eigenes Startup-Unternehmen: die chemmedia. Zwanzig Jahre später ist sie eine Aktiengesellschaft mit 64 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Gemeinsam unterstützen wir internationale Unternehmen und große Organisationen beim Bewältigen von Veränderungen durch digitale Weiterbildungs- und Kommunikationsprozesse („E-Learning“).

Daneben bin ich Mitbegründer von Kreative Deutschland, welche die Interessen von 1,7 Millionen Kreativunternehmen, wie z.B. Designern, Musikern, Autoren, Schauspielern, Fotografen, Softwareentwicklern vertritt. Als Vorstandsmitglied von Kreatives Sachsen arbeite ich mit an der Zukunft des ländlichen Raums in Sachsen und im Vorstand von Kreatives Chemnitz versuche ich in der Stadt Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Entfaltung der Kreativunternehmen zu schaffen, die mittlerweile mehr Arbeitskräfte als die Automobilindustrie beschäftigen. Als Vize-Präsident des Industrievereins Sachsen 1828 vertrete ich über hundert Mitgliedsunternehmen der sächsischen Industrie mit insgesamt 50.000 Arbeitsplätzen und schaffe die Schnittstelle zwischen Industrie und Kreativwirtschaft. Als Beitrag zur Stadtentwicklung betreibe ich noch eine kleine italienische Pizzeria und saniere denkmalgeschützte Häuser, die ich Startups, Bands, Musikklubs, Künstlern, Forschern, Kreativen und Vereinen zur Verfügung stelle und beteilige mich als Sponsor, Jurymitglied und Berater bei Startup-Wettbewerben.

Wie schafft man das alles?

Indem man Menschen vertraut, Teams entwickelt und sich selbst letztendlich überflüssig macht – indem man Talente identifiziert, entwickelt und in die richtigen Positionen bringt  –  indem man Verantwortung abgibt und nicht alles zur „Chefsache“ macht. Ich sehe mich als Ermöglicher und nicht als Vorgesetzter.

Warum jetzt auch noch Kommunalpolitik?

Weil ich schon immer jemand war, der nicht nur gesagt hat, dass er etwas tut. Ich engagiere mich, bringe mich ein und will zusammen mit anderen Menschen Neues gestalten –  und weil in der Politik ein Wandel hin zu einer offenen Organisation, die Menschen für Mitmachen und gesellschaftliches Miteinander begeistert und Zukunftsprojekte ermöglicht, dringend erforderlich ist. Für mich gilt es, auf talentierte Bürgerinnen und Bürger zuzugehen und diesen neue Möglichkeiten zu eröffnen. Für mich gilt es, die Grenzen zwischen Verwaltung und Bürgerschaft abzubauen. Das gelingt nur mit offenen Informationen und offenen Prozessen. Zukunft muss frühzeitig gestaltet werden, sonst stellt einen die Gegenwart vor vollendete Tatsachen.

Ich war fünf Jahre bis 2019 als parteiloser Kandidat für die Wählervereinigung Volkssolidarität im Chemnitzer Stadtrat. Dort habe ich hautnah mitbekommen, dass es oft nicht um Sachpolitik, sondern um Machtdemonstration und das Bewahren eingefahrener Prozesse geht. Einigen Verantwortlichen in unserer Stadt fehlt der Wille zum Wandel und der Mut zur offenen Kommunikation. Viele talentierte Menschen werden dadurch ausgebremst und demotiviert. Ich habe die fünf Jahre zum Lernen genutzt, um mir ein Bild von Strukturen, Menschen und Prozessen zu machen und Fehlentwicklungen immer scharf, aber auch sachlich und faktenorientiert kritisiert.

Ich möchte nun als Oberbürgermeister die Weichen für einen Wandel stellen. Sicherlich kommt mir dabei zugute, dass ich jemand bin, der Fragen stellt, der versucht Details zu verstehen und der mit vermeintlich einfachen Erklärungen nicht zufrieden ist. Nur wer die konkrete Ursache kennt, kann Probleme nachhaltig bewältigen. Und dann heißt es losgehen, anpacken. Das war auch meine Devise, als ich die ersten Häuser im Chemnitzer Sonnenberg-Viertel gegen den drohenden Abriss kaufte und sie Künstlern und jungen Leuten überließ. Es ging darum, zu zeigen, dass nichts alternativlos ist. In unserer Stadtverwaltung braucht es eine Haltung, um schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen und einen offenen Umgang mit Fehlern. Wir könnten wunderbar aus den eigenen und aus den Fehlern anderer Städte lernen, die heute schon weiter sind als wir. Dafür braucht es allerdings den Mut, genau hinzuschauen und offen über Probleme zu sprechen. Und genau den bringe ich mit!