Chemnitzer Bahnstrom als Neunzig-Jahre-Déjà-vu
Wem das Gezerre um die Elektrifizierung der Bahnstrecke nach Chemnitz und die erneute Ankündigung moderner Triebwagen wie ein Déjà-vu vorkommt: Die Sächsische Volkszeitung berichtete bereits am 4.2.1933 über die Pläne des Sächsischen Landtages.
(Side facts im Hinblick auf die Jahreszahl: Die letzte reguläre Sitzung des Sächsischen Landtages fand am 21. Februar 1933 statt. Am 9. März überfielen Truppen der SA und der SS das Landtagsgebäude. Am 10. März 1933 trat die Landesregierung zurück und der Reichskommissar Manfred von Killinger übernahm die Amtsgeschäfte. Mit dem Gleichschaltungsgesetz vom 31. März 1933 wurde der Landtag wie alle anderen Länderparlamente aufgelöst. Der neue Landtag wurde nach den Ergebnissen der letzten Reichstagswahl zusammengesetzt, wobei die KPD ausgeschlossen wurde. Per Verordnung vom 4. April 1933 wurde der NSDAP die absolute Mehrheit der Mandate zugewiesen. Die Abgeordneten der SPD blieben der Eröffnungssitzung des sechsten Landtages geschlossen fern, nachdem einige von ihnen zuvor verhaftet worden waren. Am 23. Mai 1933 stimmten die letzten sechs sozialdemokratischen Abgeordneten im sächsischen Landtag gegen das Ermächtigungsgesetz. Die letzte Sitzung des Landtages fand am 22. August 1933 statt, zum 30. Januar 1934 wurde die Institution aufgelöst.)
Ursprünglich auf Facebook am 23.04.2024 veröffentlicht.