Berlins Hauch vertrocknet auf dem Sonnenberg
Einen "Hauch von Berlin" und eine "Allee" versprach die Chemnitzer Presse vor fast 10 Jahren für den Sonnenberg, die Wohnqualität sollte erhöht und damit Sanierungen vorangebracht werden. Kurz darauf pflanzte man entlang der Zietenstraße 37 Stück "durch Stahlbügel geschützte" Sumpf-Eichen der Sorte "Green Pillar" für über 200.000 Euro, die sich durch schlanken Wuchs und große Robustheit in nordamerikanischen Städten und dem Berliner Regierungsviertel (dort als Spree- statt Sumpf-Eiche bezeichnet) auszeichnen. Dadurch erhoffte man sich geringe Folgekosten, da man die Bäume nicht pflegen müsse. Nun sind 8 der 37 Sumpf-Eichen gut gewachsen, 6 sehen miserabel aus, 14 sind gar nicht gewachsen, weil tot, und 9 fehlen komplett (auf Stahlbügel wurde verzichtet, so dass Autos einfach drüberfahren). Offensichtlich scheint in Chemnitz wesentlich rauherer Wind und härteres Pflaster für Straßenbäume zur herrschen als in anderen Städten. Es sollte ein Versuch sein. Eine Auswertung zu den Gründen des Baumsterbens gibt es noch keine. Im Pflanzenhandel kosten 3-4m hohe Green Pillar Stengel ca. 300 Euro/Stück zum Nachpflanzen. Alternativ kann man auch robuste und genügsame einheimische Arten nehmen, die vielerorts kostenfrei aus Fassaden oder Dächern denkmalgeschützter Gebäude wachsen und weder Erde noch Pflege brauchen.
Ursprünglich auf Facebook am 05.11.2023 veröffentlicht.