LernSax stolpert über analoge Aufgabenblätter

· Verwaltung & Stadtrat, Kultur & Kulturhauptstadt · 2 Min. Lesezeit · Artikel 136 von 492

#Chemnitz #Sachsen #Digitalisierung #Schule

Der sächsische Server "LernSax" scheint immer noch unter dem "Hackerangriff" der Schüler zu leiden, die ihre Aufgabenblätter runterladen, ausdrucken, abfotografieren und wieder hochladen müssen.

Das eigentliche Problem ist aber nicht die überlastete Plattform für die digitale Nachbildung von Klassenräumen, sondern die Nichtverfügbarkeit von interaktiven digitalen Lerninhalten, die sich für Lehrkräfte ohne Hürden abmischen und auf die sonst weniger für Bildung genutzten Schülerhandys verteilen lassen.

Einzelne Lehrkräfte können nicht anfangen, digitale Inhalte neu zu produzieren oder aus Medienbibliotheken zusammenzukopieren und greifen im Umdenkstress vielfach auf irgendwelche schlecht lesbaren, weil hundertfach kopierten Aufgabenblätter zurück, die dann zuhause teuer ausgedruckt werden müssen.

Ich hatte der sächsischen Staatsregierung in den letzten Jahren immer wieder empfohlen, die Inhalte der sächsischen Lehrpläne als mobilen und interaktiven Open Content zu produzieren und für alle ohne Zugangsbeschränkungen/Logins ins Netz zu stellen. Der Aufwand würde sich auch ohne Pandemie sehr schnell rechnen, da Investitionen in ohnehin nur zu Bruchteilen genutzte Schulbücher sowie Druck- und Kopierkosten entfallen. Die notwendige Software gibt es von uns seit Jahren kostenlos und die sächsische Kultur- und Kreativwirtschaft ist zu einem nicht geringen Teil gerade arbeitslos und hat genügend Produktionskapazitäten frei.

Beim gestrigen erneuten Vorstoß wurden wir auf die Zeit "nach der Pandemie" vertröstet.

Ursprünglich auf Facebook am 15.12.2020 veröffentlicht.