Skaterplatz zu, Autostraßen bleiben heilig
Die Kulturhauptstadtverwaltung Chemnitz sperrte gestern wegen mangelnder Einhaltung von Abständen die 2.000 qm große Skaterfläche auf dem Konkordiapark und weitere bei den zehntausend Chemnitzer Jugendlichen beliebte öffentliche Treffpunkte. Die renitenten Jugendlichen kamen nach stundenlangem Maskentragen in vollbesetzten Klassenräumen dem fortgesetzten Maskentragen bei der sportlichen Freizeitbetätigung draußen trotz Ermahnung nicht nach.
Im Gegensatz zu den wenigen Quadratmetern für Skater gibt es im Stadtgebiet noch 20.310.000 qm gut befestigte Verkehrsflächen, die vornehmlich für den Autoverkehr genutzt werden. Anstatt die Freizeitgestaltung in Privaträume zu verdrängen, könnte man davon 0,1% für zehn weitere Plätze für Jugendliche absperren und paar Halfpipes hinstellen. Dann klappt das auch mit den Abständen.
Und warum ist nun der Absperrzaun schon wieder umgefallen? Als Scheinlösung würde sofort eine zigtausend Euro teure Videoüberwachung des abgesperrten Platzes einfallen.
Ursprünglich auf Facebook am 26.11.2020 veröffentlicht.