Corona-Test mit eingebautem Ansteckungsrisiko
Nachdem im März bereits in der Chemnitzer Messehalle eine hygienisch unzumutbare "Corona-Ambulanz" mit 140 offenen Krankenboxen eingerichtet wurde, um Kosten für den Leerstand der Messehalle auf das Gesundheitssystem abzuwälzen, setzt das städtische "Gesundheitsamt" jetzt noch eins drauf: Erkrankte Kinder mit Corona-Symptomen und deren Eltern müssen teilweise bis zu einer Stunde draußen vor einer Arztpraxis anstehen, bevor sie in einen Warteraum kommen. Die Kinder spielen im engen Warteraum nacheinander mit nicht desinfizierten Spielzeug (von Aerosolübertragung ganz abgesehen). Nicht jeder trägt eine Maske. Das Personal wirkt überlastet. Wer vor dem Corona-Test noch kein Corona hatte, hat gute Chancen, hier welches zu bekommen.
Ich hatte bereits Mitte März einen Drive-in vorgeschlagen[1], da eine Probenentnahme mit dem Wattestäbchen problemlos durch eine heruntergelassene Autoscheibe möglich ist. Passiert ist allerdings diesbezüglich nichts. Offensichtlich ist es zu kompliziert, irgendwo einen Container mit Fenster hinzustellen.
Wie riskant Ansteckungen sind, durfte kürzlich erst das Kulturhauptstadt-Team erfahren, welches wegen eines erkrankten Mitarbeiters geschlossen in Quarantäne musste. Die Stadtverwaltung schließt sich bis heute in den Rathäusern ein, um nicht in Kontakt mit der Bevölkerung zu kommen. Die Gesundheit der Bevölkerung scheint allerdings egal zu sein, Hauptsache es kostet die Stadtkasse nichts.
Mein letzter Test mit 15 Minuten Aufenthalt in der Messehalle kostete übrigens 42,35 € für die "Hygienemaßnahmen" und Empfangsprozedur + 152,43 € für den eigentlichen PCR-Test. Das Testergebnis war erst nach 5 Tagen online abrufbar.
[1] https://www.facebook.com/story.php?story_fbid=2870999579656658&id=lars.fassmann
Ursprünglich auf Facebook am 16.09.2020 veröffentlicht.