Hair in Chemnitz, aber ohne Schwarze Rollen

· Kultur & Kulturhauptstadt, Verwaltung & Stadtrat · 2 Min. Lesezeit · Artikel 182 von 492

#Chemnitz #Kulturhauptstadt #Theater #Kultur

Dem Theater Chemnitz gelingt das Kunststück, das Musical HAIR in einer Eigenproduktion soweit zu adaptieren, dass am Ende nur noch weiße Darsteller mitspielen. Im Broadway-Stück von 1968 geht es um rassistische Ungerechtigkeiten und die Falschheit überkommender Autoritäten auf der einen und der Toleranz und individuelle Verwirklichung auf der anderen Seite.

Nachdem sich mehr und mehr Menschen beschwerten, folgt nun die einleuchtende Begründung: Man hatte in ganz Chemnitz keinen farbigen Schauspieler gefunden, deshalb hat man Szenen mit Schwarzen einfach rausgestrichen. Corona ist schuld [1]. Mittlerweile hat sich der Betriebsdirektor als Opferlamm gemeldet [2]. Zig andere Beteiligte hielten wohl wegen überkommenden Autoritäten die Klappe oder fanden das ok. Statements der OB und des Aufsichtsrats der Theater stehen noch aus.

Laut Umfragen des Kulturhauptstadt-Marketingteams (vorher CWE, Neues Motto "Chancen, los!?") kristallisiert sich das bei der Befragung von 10.000 Chemnitzern das größte Problem von Chemnitz endlich heraus: ungepflegtes Grün. Eine Person sagte bislang: "Gerechtigkeit für alle. Jeder Mensch ist gleich."

Ab 28. August auf der Küchwaldbühne.

[1] https://www.theater-chemnitz.de/statementhair [2] https://www.theater-chemnitz.de/statementpatrickwurzels

Ursprünglich auf Facebook am 05.07.2020 veröffentlicht.