Kulturhauptstadt lässt Denkmal abreißen
Die Verwaltungsmitarbeiter/innen der angehenden "Kulturhauptstadt" Chemnitz lassen wieder mal ein Kulturdenkmal (Annaberger Str. 110) abreißen. Nachdem der Eigentümer "Freistaat Sachsen" (vertreten durch die SIB) das Gebäude seit 2001 hat vergammeln lassen (Verstoß gegen § 8 Sächsisches Denkmalschutzgesetz) und die Denkmalbehörde mit Ersatzvornahme drohte, wurde es vom Freistaat schnell und fahrlässig für sehr wenig Geld 2016 an eine Privatperson "verschenkt", die offensichtlich überhaupt nicht wusste, auf was sie sich da eingelassen hat. Das Vorkaufsrecht nahm die Stadtverwaltung nicht wahr.
Die ahnungslose Privatperson und das Gebäude werden jetzt der kollektiven Dummheit von Verwaltungsmitarbeitern geopfert, die über jahrzehntelangen Briefwechsel nicht hinausgekommen sind. Abriss ist scheinbar das einzigste, was die Damen und Herren können, denn darin ist man in Chemnitz nach knapp 200 abgerissenen Denkmälern seit dem Jahr 2000 geübt.
Die jetzt aufgeführten dringenden "Sicherheitsgründe" existieren bereits seit mehreren Jahren und sind nicht in den letzten Monaten entstanden. 53.000 Euro zahlt jetzt der Steuerzahler, da beim Eigentümer nichts zu holen ist. 200.000 würde ein professionelle Sicherung und Rettung des Denkmals kosten. Darüber wird nicht einmal ansatzweise nachgedacht. Ein Armutszeugnis für eine Stadt, die zig Millionen auf der hohen Kante hat und die sich um den Titel der Kulturhauptstadt bewirbt.
http://www.chemnitz.de/chemnitz/de/aktuelles/presse/pressemitteilungen/2018/103.html
Ursprünglich auf Facebook am 08.02.2018 veröffentlicht.